FELIX JOHANNES LANGE

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PRE PARADISE SORRY NOW

von rainer werner fassbinder

am schauspielhaus zürich

regie moritz schönecker

musik felix lange

19 Schauspieler aus der Schweiz, Deutschland und Österreich proben derzeit unter der Leitung des Regisseurs Moritz Schönecker am Schauspielhaus Zürich das Stück „Preparadise sorry now“. In zunehmendem Maße stellt sich heute die Frage nach der Genese von extremer und extremistischer Gewalt. Fassbinders kalte seziertischartige Analyse hat nichts an Relevanz eingebüßt. Ratlos stehen Pädagogen und Soziologen auch heute der zunehmenden Gewaltbereitschaft junger Menschen gegenüber. In der Regiewerkstatt des Jungen Schauspielhauses Zürich nimmt sich der 25-jährige Münchner Nachwuchsregiesseur Moritz Schönecker nun das Stück vor. Zusammen mit einer verhältnissmässig grossen Gruppe aus Schauspielschülern, einem Schauspieler und Laien aus der Schweiz, Deutschland und Österreich setzt er sich zum Ziel, die unbequemen aber notwendigen Fragen des Stücks auf neue und zeitgemässe Art zu stellen. Die Szenen werden in dieser Produktion so aneinandermontiert, dass sich langsam, nach und nach, ein Schreckenspanorama herauskristallisiert, das unausweichlich auf die Katastrophe zutreibt. Mit den durchgehenden akustischen Spuren von Felix Lange, dem abstrakt gehaltenen Bühnenbild von Paul Simon Steinmann, einem hohen Spieltempo und der immensen körperlichen Energie der jungen Schauspieler soll es gelingen, eine eindringliche Atmosphäre herzustellen, der man sich im kleinen Raum der Halle 3 des Schiffbaus nur schwer entziehen kann.